KAN-therm: Fußbodenheizung – häufigste Fehler – Teil 2



Fußbodenheizung – häufigste Fehler – Teil 2

Im vorherigen Newsletter haben wir Ihnen im ersten Teil des Materials bezüglich der häufigsten Fehler bei der Auswahl, Installation und der Inbetriebnahme des KAN-therm Systems der Fußbodenheizung vorgestellt. 
 
In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen weitere Projekt- und Konstruktionsanforderungen vor, deren Mängel oder unsachgemäße Ausführung zu einer fehlerhaften Funktion der Fußbodenheizung und dadurch zu Unbehaglichkeit während des Gebäudebetriebs führen können.
 
 
 
Planung des Systems und Länge der Heizschlangen
 
Um das System der Heizschlangen der Fußbodenheizung richtig zu planen, ist die Absprache mit dem Bauherrn im Bereich der geplanten fixen Einbauten in den Räumen erforderlich. In Räumen, wie Badezimmern sollte die Führung der Heizschlangen unter Duschtassen oder Badewannen vermieden werden. Eine solche Ausführung der Fußbodenheizung kann zu Hitzestau unter den Sanitärgegenständen sowie zum schnelleren Austrocknen der Siphons beitragen. Der größte Fehler bei der Verlegung der Fußbodenheizung ist die Ausführung von übermäßig langen Heizkreisen. Die dadurch entstehenden hohen Druckverluste sind mit Umwälzpumpen nur schwer auszugleichen. 
 
Befestigung der Rohre auf der Systemplatte
 
Sehr häufig werden aufgrund des Wunsches nach Einsparung an den Materialien der Fußbodenheizung gespart. Dies kann bei einem unprofessionell ausgeführten System bei der Befestigung des Rohres auf der Wärmedämmung passieren. Die häufigste Folge einer solchen Herangehensweise ist der Mangel an korrekter, solider Befestigung des Rohres auf der Systemplatte und dessen abheben bei der Einbringung des Estrichs. Eine solche Situation kann, in Extremfällen, zum vollständige Abriss der Rohre von der Systemplatte während Dichtheitsprüfungen sowie deren Herausschwimmen beim Ausgießen von Estrich führen. Die Folge dessen ist eine ungleichmäßige Dicke des Estrichs über dem Heizrohr, was zur Situation übermäßiger, stellenweiser Sprünge der Heizplatte und des Bodenbelags, z. B. Keramikfliesen, führen kann.
 
Auswahl der Verteiler 
 
Ein weiterer, recht häufiger Fehler bei der Auswahl und Verlegung der Fußbodenheizung ist die falsche Auswahl der Verteiler. Für einen korrekten und bestimmungsgemäßen Betrieb der Fußbodenheizung ist eine hydraulische Einregulierung aller Heizkreise erforderlich. Wir können dies Dank speziellen Durchflussmengenmessern oder auch Regulierventilen durchführen, mit denen unsere Verteiler ausgestattet sind. Eine weitere notwendige Maßnahme ist die Regelbarkeit der Fußbodenheizung nach dem Prinzip der Einzelraumregelung. Durch die einzelnen Raumtemperaturfühler werden die elektrischen Stellmotoren je nach Bedarf geöffnet oder geschlossen.  Die Auswahl eines Verteilers, der mit diesen elementaren Bauteilen nicht ausgestattet ist, macht eine korrekte hydraulische Einregulierung unmöglich. Die Folge ist ein nicht bestimmungsgemäßer Betrieb der kompletten Fußbodenheizung.
 
 
Einbringen von Estrich
 
Ein wichtiger Punkt beim Einbringen des Estrichs ist die erhöhte Vorsicht bei der Verwendung jeglicher Werkzeuge, die auf irgendeine Weise das verlegte Rohr sowie die Dämmschichten beschädigen könnten. Um Beschädigungen vorzubeugen ist es empfehlenswert, dass während des Einbringens des Estrichs die Rohre bereits mit dem dafür vorgesehenen Heizungsfüllwasser mit entsprechendem Druck befüllt wurden. Dies ermöglicht eine schnelle Lokalisierung von Rohrbeschädigungen bevor der Estrich eingebracht wird. Um einen dauerhaften Estrichverguss zu gewährleisten, muss man ausnahmslos die Empfehlungen bezüglich der vorgegebenen Mindestdicke während des Verlegens einhalten. Zur Reduzierung des Wasserverbrauchs und zur Erhöhung der Elastizität und der Festigkeit wird das Hinzufügen sog. Zusatzmittel empfohlen. Ein fehlendes Zusatzmittel im Estrich führt zu einer deutlichen Erhöhung der Estrichporösität, was wiederum zu einer wesentlichen Senkung der Wärmeleitfähigkeit des Fußbodens sowie seiner mechanischen Eigenschaften führt. Während des Ausgießens des Estrichs muss überprüft werden, ob sich die Randdämmstreifen und die Dehnungsfugen im dafür vorgesehenen Bereich befinden und die spätere Funktion gegeben ist. Die Randdämmstreifen und Dehnungsfugen sollten über den Fußboden hinausragen und erst nach der Verlegung des Bodenbelags entfernt werden.
 
Pflege des Estrichs
 
Die übliche Trocknungsphase des Estrichs beträgt zwischen 21 und 28 Tagen. Erst nach dieser Zeit kann mit der Aufheizphase des Estrichs begonnen werden. Eine Inbetriebnahme der Fußbodenheizung direkt nach dem Einbringen des Estrichs – z. B. zum Schutz der gefüllten Rohrleitung vor Einfrieren sollten ausnahmslos vermieden werden.  Das Aufheizen von frisch eingebrachtem Estrich führt zur übermäßigen, vorzeitigen Verdampfung des Wassers, was für den Bindevorgang erforderlich ist. Im Endeffekt würde die Beständigkeit des Fußbodens erheblich gemindert sein.
 
Autor: Marcel Hilger
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